Baby

Anleitung zum Baby wickeln – was beim Windeln wechseln zu beachten ist

Das Warten hat endlich ein Ende und dein kleiner Schatz ist nun auf der Welt. Neben der unendlichen Freude gibt es immer wieder Unsicherheiten bei den frisch gebackenen Eltern.  Dabei drehen sich die Fragen vor allem immer wieder um das Thema Wickeln.

Wie wickel ich richtig? Welche Windel passt am besten? Gibt es Tipps?

Um dir diese Unsicherheiten zu nehmen, zeigen wir dir hier, wie du das Wickeln eures Babys im Handumdrehen raus hast und, dass es nicht so kompliziert ist, wie es vielleicht am Anfang scheint. Du wirst sehen: Schnell entwickelst du deine eigene Routine.

Baby wird gewickelt

Der Vergleich zwischen den gängigen Wegwerfwindeln und den nachhaltigen Stoffwindeln in diesem Beitrag hilft dir außerdem die richtige Windel für euer Kleines zu finden und euch alle unbegründeten Ängste zu diesem Thema zu nehmen.

Die perfekte Vorbereitung – Was benötige ich zum Windeln wechseln?

Baby Wickeln
doctor examining a baby in a hospital

#1 Wickeltisch: Schon vor der Geburt des Kindes machen sich die Eltern Gedanken zum Thema Wickeln und sorgen für die erste Grundausstattung im Babyzimmer. Dazu gehört auf jeden Fall eine passende Wickelkommode in der richtigen Größe.

Da du in den ersten Jahren sehr viel Zeit am Wickeltisch verbringen wirst, muss er vor allem rückenfreundlich sein. Du solltest somit darauf achten, dass der Tisch nicht zu niedrig für dich ist. Neben einer abwischbaren Wickelunterlage sollte zudem ein kleines Handtuch dafür sorgen, dass sich dein Schatz wohl fühlt. Bei einem Missgeschick gestaltet sich die Reinigung damit ebenfalls leichter.

#2 Lauwarmes Wasser: Neben den frischen Windeln und sauberer Kleidung reicht anfänglich lauwarmes Wasser für die Reinigung. Stelle dir also eine Schüssel mit dem warmen Wasser und einem Waschlappen bereit. Seife wird nicht benötigt, da sie den natürlichen Säuregehalt des Kleinen angreift. Stattdessen kannst du bei Bedarf ein paar Tropfen Öl ins Wasser geben, damit sich die Reinigung deines Schatzes einfacher und angenehmer gestaltet. Feuchttücher können ebenfalls genutzt werden, sollten aber nicht täglich verwendet werden, da sie in der Regel kalt sind und Parfümstoffe enthalten.

#3 Heizung: Im Wickelzimmer solltest du immer dafür sorgen, dass eine angenehme Zimmertemperatur herrscht, idealerweise um die 21 Grad Celsius. So fühlt sich dein Baby rundum wohl, auch ohne Kleidung oder nur mit einer Windel an. Falls der Raum nicht ausreichend vorgeheizt ist, bietet sich auch eine Wärme- oder Rotlichtlampe an, damit eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen wird.

#4 Hände waschen: Für viele eine Selbstverständlichkeit, welche aber durch die neuen Abläufe und Eindrücke schnell in Vergessenheit geraten. Nachdem du dein Baby frisch gewickelt und angezogen hast, solltest du auch an deine eigene Hygiene denken und deine Hände waschen. Vor dem Wickeln ist es ebenfalls ratsam.

Schritt für Schritt – Windeln wechseln leicht gemacht


Das Video zeigt dir Schritt für Schritt, wie du dein Kind richtig wickelst bzw. sauber machst.
  1. Alle Wickelutensilien (u.a. lauwarmes Wasser) bereitstellen, damit das Baby nicht alleine auf dem Wickeltisch liegt.
  2. Den Waschlappen nass machen und von vorne nach hinten säubern.
  3. Danach das Baby zur Seite drehen und den Bereich des Steißbeins säubern.
  4. Nachdem alles sauber und trocken ist, auf rote Stellen eine dünne Schicht Salbe auftragen. Nur bei Rötungen oder wunden Stellen notwendig.

Bei Mädchen und Jungen sollte auf unterschiedliche Dinge geachtet werden.

  • Bei Mädchen darauf achten, dass kein Stuhlgang am Intimbereich ist. Diesen sorgfältig prüfen und säubern.
  • Bei Jungs darauf achten, dass der Bereich zwischen Penis und Hoden sauber ist. Nicht die Vorhaut nach hinten ziehen. Aber regelmäßig kontrollieren, ob es unter der Vorhaut Anzeichen von Entzündungen gibt.

Die richtige Windel finden – Welche Windel passt zu dir?

Du hast die Wahl zwischen der gängigen Wegwerfwindel oder einer nachhaltigen Stoffwindel. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile: Stoffwindeln sind günstig und vor allem umweltfreundlich. Dafür ist der Arbeitsaufwand größer, weil die Windeln häufiger gewechselt werden müssen. Einmalwindeln sind im Vergleich teurer und ökologisch gesehen im Nachteil, jedoch hat man mit ihnen weniger Aufwand. Gerade aus dem Grund entscheiden sich die meisten Eltern für diese Art.

Wickeln mit einer Wegwerfwindel

So kann nichts mehr schief gehen – Schritt für Schritt Anleitung:

  1. Die Windel auffalten
  2. Das Baby zur Seite drehen
  3. Windel an den Rückenbereich anlegen und das Baby zurück drehen.
  4. Das Vorderteil zwischen den Beinen hochklappen, bis über den Bauchnabel
  5. Die Seitenlasche mit dem Klettverschluss verschließen
  6. Nicht zu fest zuziehen. Zwei Finger sollten noch bequem zwischen dem Bauch des Babys und der Windel passen

Wickeln mit einem Stofftuch

Der Vorgang beim Wickeln mit einem Stofftuch ist etwas aufwendiger als bei der Nutzung von Wegwerfwindeln. Zur Vorbereitung muss das Stofftuch richtig gefaltet werden. Hierzu hilft dir die folgende Seite weiter, auf welcher verschiedene Faltvarianten aufgezeigt werden: https://www.hug-and-grow.de/stoffwindeln/wickeln/#faltanleitung

So hast du den Trick schnell raus und kannst dein Baby mit der vorbereiteten Stoffwindel wickeln:

  1. Das gefaltete Stofftuch in die Bindewindel legen
  2. Das Baby auf die Windel legen
  3. Den Steg zwischen den Beinen nach oben klappen
  4. Die Seiten der Stoffwindel nacheinander zum Bauch hin verschließen und mit der Hand fixieren
  5. Die Bindewindel zwischen den Beinen nach oben klappen
  6. Die Seiten der Bindewindel zum Bauch hin verschließen
  7. Das Baby auf die Seite drehen und die Bänder der Bindewindel verschließen

Wickeln mit Windelsystemen aus Stoff

Neben den beiden aufgeführten Varianten gibt es noch eine Alternative aus Stoff. Diese Windelsysteme sind vorgefertigte Windeln aus Stoff, welche sofort einsetzbar sind. Das Windelsystem besteht aus einer Saugeinlage und einer Überwindel. Auf die Saugeinlage kommt noch ein sogenanntes Windelvlies, welches eine praktische Wegwerfeinlage darstellt.

Gewickelt wird wie bei der Variante mit der Einwegwindel.

Wie oft muss gewickelt werden?

Bis zu seinem dritten Lebensjahr verbraucht dein kleiner Schatz im Durchschnitt bis zu 6000 Windeln. Anfangs können es dann schon mal um die 8-10 Windeln am Tag sein, da die Blasenmuskulatur von Neugeborenen noch nicht vollständig entwickelt ist und sie das Urin nicht lange halten können.

Bei Stoffwindeln solltest du die Windel etwas häufiger wechseln. Die Anzahl des Wickelns lässt sich also davon abhängig machen, wie voll die Windel jeweils ist. Du solltest dein Baby nur dann wickeln, wenn die Windel voll ist oder seine Haut wund ist. Zudem solltest du darauf achten, dass dein Kind beim Wickelvorgang wach ist.

Je älter dein Baby wird, desto seltener muss es auch gewickelt werden. Bereits nach wenigen Monaten reduziert sich die Anzahl bereits auf 5-6 Windeln pro Tag. Mit der Zeit bekommst du Routine und kannst auch besser einschätzen wann dein Kleines eine neue Windeln braucht. Übung macht den Meister!

Nach einigen Monaten reicht es zudem völlig aus, nach dem Aufwachen, nach den Mahlzeiten und zur Nacht hin eine frische Windel anzulegen. Kinder ab einem Jahr können oftmals sogar schon selbst signalisieren und darauf aufmerksam machen, wenn sie gewickelt werden möchten. In der Nacht solltest du nur dann wickeln, wenn es auch wirklich notwendig ist, damit der Schlaf deines kleinen Engels nicht unterbrochen wird.

Neugeborene Wickeln – Tipps

Bei deinem Neugeborenen gehst du beim Wickeln in der Regel genauso vor, wie bei den oben aufgeführten Anleitungen. Hab keine Angst, dass du was falsch machen könntest. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, also sei nicht zu streng mit dir. Bei jedem Wickelvorgang wird dir der Ablauf vertrauter werden und so geht es auch deinem Kleinen.

Das regelmäßige Wickeln schafft also beidseitiges Vertrauen und lässt deinen Schatz deine Zuwendung spüren. Wenn es anfängliche Schwierigkeiten gibt, versuch es mal mit einer leichten Massage der Beine. Die Kleinen mögen es ebenfalls die Stimme der Eltern zu hören oder gestreichelt zu werden. Stelle Körperkontakt mit deinem Baby her!

Baby breit wickeln – Gesunde Alternative

Vor allem bei Neugeborenen wird die Variante des “Breit wickeln” immer populärer. Diese Variante fördert die Entwicklung deines Babys, denn es sorgt für eine bessere Entwicklung der Hüften. Oftmals werden sie dann verwendet, wenn bei einem Säugling eine Hüftdysplasie diagnostiziert wird. Mit dem breiten Wickeln soll diese einfache Hüfterkrankung behandelt werden.

Das Breitwickeln gibt es in verschiedenen Varianten. Wichtig ist nur, dass genügend Stoff zwischen den Beinen deines Kindes ist. So kannst du zum Beispiel ein Handtuch zwischen den Body und den Strampler legen oder über die eigentliche Windel eine weitere Windel ziehen. Genau so ist der Effekt des breiten Wickelns gegeben. Hierfür eignen sich besonders Stoffwindeln.

Baby wickeln – tolle Tipps für Schreihälse und Pinkler

Aller Anfang ist schwer, aber keine Angst: Es wird sich alles einspielen.

Die Situation ist sowohl für dich, als auch für dein Kleines total neu. So wird es oft vorkommen, dass dein Baby viel schreit oder einfach etwas unruhig ist. In diesem Fall ist Ablenkung die beste Lösung: Bring ein Mobilee über der Wickelkommode an, sodass er sich mit diesem Spielzeug ablenken kann. Zusätzlich kannst du deinem Baby eine kleine Massage und Streicheleinheiten geben und zusätzlich ruhig mit ihm sprechen. Die Stimme der Mama sorgt oftmals schon für Beruhigung. Im Kindergarten, wenn ihr Baby schon etwas älter ist, können auch andere kleine Spielsachen für Ablenkung sorgen. Alles spielt sich mit der Zeit ein, die Routine machts!

Wie bereits erwähnt, können Säuglinge ihr Urin noch nicht lange halten, sodass auch mal beim Wickeln ein Missgeschick passieren kann. Vor allem bei den kleinen Jungs hilft es da, ein Tuch drüber zu legen, sodass du nicht im hohen Bogen angepinkelt wirst. Ansonsten gibt es keine großartigen Tipps zur Verhinderung. Nimm es mit Humor!