Wie lange kann ich Elternzeit nehmen? Kann ich die Elternzeit mit meinem Partner teilen? Was gibt es zu beachten? Hier bekommst du die Antworten auf deine Fragen.

Das Wichtigste in Kürze:

Wie lange kann ich in Elternzeit gehen?

Sowohl du, als auch dein Partner, können jeweils bis zu 36 Monate Elternzeit beanspruchen.

Ab wann beginnt die Elternzeit?

Du kannst die Elternzeit direkt nach der Geburt bis zum 3. Lebensjahr nehmen. Innerhalb dieser ersten 3 Jahre musst du mindestens 12 Monate in Anspruch nehmen. Danach hast du noch Anspruch auf weitere 24 Monate, die du zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr deines Kindes nehmen kannst.

Wann & wo muss ich die Elternzeit beantragen?

Wenn du einen Antrag auf Elternzeit stellen möchtest, solltest du diesen 7 Wochen vorher beim Arbeitgeber beantragen.

Wann kann ich die Elternzeit verlängern bzw. verkürzen?

Bei einer weiteren Beanspruchung der Elternzeit zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr musst du den Antrag 13 Wochen vorher stellen. Eine Zustimmung vom Arbeitgeber ist i.d.R. nicht erforderlich. Eine Verkürzung bedarf jedoch einer Zustimmung.

Habe ich Urlaubsanspruch in dieser Zeit?

Dein jährlicher Urlaubsanspruch verringert sich um ein Zwölftel, für jeden vollen Kalendermonat, den du in Elternzeit bist. Wenn du also ein ganzes Jahr in Elternzeit bist, verlierst du den Urlaubsanspruch für dieses Jahr.

Habe ich einen Kündigungsschutz?

Während der Elternzeit bist du auf besondere Art kündigungsgeschützt. Nach dieser Zeit kannst du in der Regel zu deinem Arbeitsplatz zurückkehren.

Elternzeit – Was ist der Unterschied zum Mutterschutz?

Die Themen Mutterschutz und Elternzeit beinhalten viele wichtige Informationen für dich und dein Baby. Immer wieder kommen Fragen zu diesem Thema auf, die wir dir hier beantworten.

Wie lange besteht der Mutterschutz?

Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet in der Regel 8 Wochen nach der Entbindung. Hierzu bedarf es keine Beantragung oder Bestätigung durch den Arbeitgeber. Der Mutterschutz beginnt und endet automatisch. Zudem erhältst du Mutterschaftsgeld als Entgeltersatzleistung.

Wie stehen der Mutterschutz und die Elternzeit in Verbindung?

Die Elternzeit kann direkt im Anschluss an den Mutterschutz von dir oder deinem Partner genommen werden. Du solltest jedoch nicht vergessen, diese 7 Wochen vorher zu beantragen. Dein Partner kann schon ab der Geburt des Kindes mit der Elternzeit beginnen.

Kann sich der Mutterschutz und die Elternzeit überschneiden?

Hier gibt es zwei verschiedene Optionen. Wenn der Vater des Kindes zuerst nach der Geburt in Elternzeit geht, kann es durchaus zu einer Überschneidung kommen. Wenn die Mama nach dem Mutterschutz in die Elternzeit geht, sieht es anders aus. Die Zeit des Mutterschutzes wird dann in die Elternzeit miteinberechnet. Die 36 Monate Elternzeit umfassen somit auch den Mutterschutz.

Krankenversicherung in Elternzeit

Wenn du in der Elternzeit bist, erhältst du – bis auf das Elterngeld – keinen Lohn vom Arbeitgeber. Nun stellen sich die Fragen: Wer ist wie versichert, was muss ich zahlen und was gibt es zu beachten?

Was passiert wenn ich gesetzlich versichert bin?

Wenn du über deinen Arbeitgeber bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bist, musst du keine Beiträge zahlen. Sowohl das Mutterschaftsgeld, als auch das Elterngeld sind beitragsfrei.

Was passiert wenn ich während der Elternzeit arbeite?

Während der Elternzeit kannst du bis zu 30 Stunden in Teilzeit arbeiten. In dieser Zeit beziehst du beitragspflichtige Einnahmen. Hier greift jedoch der Arbeitgeberzuschuss, welcher deine Beiträge direkt an deine Krankenkasse weiterleitet.

Was muss ich beachten, wenn ich privat versichert bin?

Wenn du privat versichert bist, musst du den Beitragszuschuss deines Arbeitgebers übernehmen. Ist dein Partner auch privat versichert, kann der Anteil des Arbeitgebers nochmals erhöht werden. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du zudem auf https://www.elterngeld.de/krankenversicherung-elternzeit/#gref 

Elternzeit beantragen: Das musst du beachten

Dein Baby ist endlich auf der Welt und du bist überglücklich. Trotzdem darfst du nicht vergessen, dass es in dieser Zeit einiges zu regeln gibt. Hierzu zählt auch das Thema Elternzeit, bei welchem sehr viele Fragen aufkommen. Aber keine Sorge, hier erhältst du deine Antworten.

Tipps rund um die Beantragung, Verlängerung und Verkürzung der Elternzeit

Rund um die Beantragung der Elternzeit gibt es einige Dinge zu beachten. Auch bei der Verkürzung oder der Verlängerung ergeben sich viele Fragen bei werdenden Mamas und Papas. Einige wurden in diesem Artikel bereits beantwortet, weitere Antworten bekommt ihr hier:

Was muss ich bei der Beantragung beachten?

Die Beantragung der Elternzeit sollte 7 Wochen vor Antritt per Einschreiben oder persönlich beim Arbeitgeber eingereicht werden. Sie muss also in der schriftlichen Form und mit deiner persönlichen Unterschrift abgegeben werden. Lass dir eine Bestätigung zukommen, damit bist du auf der sicheren Seite.

Wer hat Anspruch auf Elternzeit?

Einen Anspruch hast du, wenn du Arbeitnehmer bist und mit deinem Kind in einem Haushalt lebst. Außerdem betreust und erziehst du dein Kind selbst. Zudem hast du nur einen Anspruch wenn du während dieser Zeit gar nicht oder weniger als 30 Stunden in der Woche in Teilzeit arbeitest. Es ist egal, in welchem Arbeitsverhältnis du stehst: Ob Minijob, Umschulung, Teilzeitstelle oder befristet: Du hast in allen Fällen einen Anspruch auf Elternzeit.

Wie läuft die Verlängerung der Elternzeit ab?

Wie du bereits weißt, müssen bis zum 3. Lebensjahr mindestens 12 von den 36 Monaten verbraucht worden sein. Dies gilt jedoch nur für Eltern, deren Babys nach dem 1. Juli 2015 geboren worden sind. Diese haben die Möglichkeit die Zeit in drei Zeitabschnitte aufzuteilen und bis zu 24 Monate innerhalb des 3. und 8. Lebensjahr zu nehmen.

Eltern, deren Kinder vor dem 1. Juli 2015 geboren sind, müssen 24 Monate in den ersten 3 Lebensjahren nehmen. Vom 3. bis zum 8. Lebensjahr haben sie demnach nur 12 Monate zur Verfügung. Insgesamt kannst du die Elternzeit hier nur in zwei Zeitabschnitte aufteilen. Diese Verlängerung der ersten 12 Monate muss jedoch 13 Wochen vor dem zweiten Zeitabschnitt beantragt werden.

Kann ich die Elternzeit auch verkürzen?

Ja, aber nur nach Absprache mit deinem Arbeitgeber oder in Härtefällen. Arbeitgeber sind nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) nämlich nicht verpflichtet deinem Wunsch nachzukommen. In Ausnahmefällen, wenn z.B. die wirtschaftliche Existenz der Familie gefährdet ist oder der Lebenspartner schwer krank ist, greift das Gesetz wiederum und du kannst die Elternzeit verkürzen.

Aufteilung der Elternzeit – So können Mutter und Vater Elternzeit nehmen

Anders als vor 30 Jahren, nehmen heutzutage auch immer mehr Väter eine Elternzeit in Anspruch. Das Gesetz sieht nun vor, dass die Mutter und der Vater jeweils einen Anspruch auf 36 Monate Elternzeit haben.

Die Aufteilung der Zeit ist, wie im vorherigen Abschnitt angesprochen, in zwei bzw. drei Abschnitten möglich. Hierbei spielt es keine Rolle, ob oder wie der Vater oder die Mutter diese Zeit einteilen.

Als Vater ist zu beachten, dass du frühestens ab der Geburt deines Kindes Elternzeit nehmen kannst. In Bezug auf das Elterngeld, musst du mindestens 2 Monate am Stück in Elternzeit gehen. Ansonsten hast du keinen Anspruch auf Elterngeld.

Der Antrag für die Elternzeit – kostenlose Mustervorlagen

Die letzten Schwangerschaftswochen sind anstrengend für dich und du steckst intensiv in den Geburtsvorbereitungen? Oder dein Baby ist bereits auf der Welt und erfordert deine ganze Aufmerksamkeit? Dann hast du wenig Zeit dich auch noch um formale Dinge, wie den Antrag für die Elternzeit zu kümmern.

Aus diesem Grund findest du hier kostenlose Mustervorlagen für deinen Antrag.

In das Anschreiben gehören auf jeden Fall das voraussichtliche Geburtsdatum und die Zeitspanne, wann du die Elternzeit beanspruchen möchtest. Wenn dein Baby bereits auf der Welt ist, gib das tatsächliche Geburtsdatum an. Des Weiteren kannst du das Datum angeben, wann du dem Betrieb wieder zur Verfügung stehst.

Achte auf jeden Fall darauf, dass du den Antrag mindestens 7 Wochen vorher einreichst.

Arbeiten in der Elternzeit

Die Elternzeit ist dafür da, dass ihr euch an die neue Familiensituation gewöhnt und euer Baby erst einmal richtig kennenlernt. Einige Familien brauchen bei der Eingewöhnung länger und wollen sich ausgiebig Zeit nehmen. Andere möchten oder müssen aus finanziellen Gründen in der Elternzeit in Teilzeit arbeiten.

Auch zum Thema Kündigung und den früheren Einstieg in die Arbeit stellen sich viele Fragen bei werdenden und frisch gebackenen Eltern.

Bin ich in der Elternzeit kündigungsgeschützt?

Ja, in der Regel kann dir dein Arbeitgeber während dieser Zeit nicht kündigen. Darüber hinaus gilt eine Frist von 8 Wochen. Du bist also ebenso 8 Wochen vor dem Beginn der Elternzeit vor der Kündigung geschützt.

Bei einer Elternzeit zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr deines Kindes bist du bereits 14 Wochen vor Beginn kündigungsgeschützt. Dies gilt aber nur bei Geburten vor dem 1. Juli 2015. Eltern, deren Babys danach zur Welt kamen, sind lediglich 8 Wochen vor Beginn von einer Kündigung ausgeschlossen.

In welcher Zeit bin ich nicht kündigungsgeschützt bzw. gibt es Ausnahmen?

In der Zeit zwischen den zwei bzw. drei Abschnitten, in denen du in der Elternzeit bist, gilt der Kündigungsschutz nicht.

Ebenso ist eine Kündigung wirksam, wenn das Unternehmen bzw. einzelne Abteilungen aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden müssen oder schwerwiegende Vertragsverletzung seitens des Arbeitnehmers vorliegen. Hierzu wird jedoch eine Zustimmung der zuständigen Landesbehörde benötigt.

In welcher Zeit bin ich als Mutter kündigungsgeschützt?

Als werdende Mutter bist du bereits in der gesamten Schwangerschaft kündigungsgeschützt. Dieser Schutz bleibt danach sowohl im Mutterschutz, als auch in der Elternzeit bestehen.

Kann ich während der Elternzeit arbeiten?

Ja. Während dieser Zeit hast du die Möglichkeit bis zu 30 Stunden in der Woche in Teilzeit zu arbeiten. Dazu müssen jedoch einige Voraussetzungen gegeben sein:

  • Du arbeitest bereits länger als 6 Monate bei deinem Arbeitgeber
  • Das Unternehmen beschäftigt mehr als 15 Mitarbeiter
  • Du solltest mindestens 2 Monate am Stück in Teilzeit arbeiten: Mindestens 15 und maximal 30 Stunden/Woche

Gibt es bei der Beantragung von Teilzeit etwas zu beachten?

Der Antrag auf eine Verringerung der Arbeitszeit bzw. die Anmeldung für eine Teilzeitbeschäftigung muss frühzeitig bei deinem Arbeitgeber angemeldet werden. Die Frist beträgt hier 7 Wochen. Bei der Elternzeit zwischen dem 3. und 8. Geburtstag deines Kindes gilt eine 13-Wochen-Frist.

Tipp: Am besten signalisierst du bereits bei der Beantragung der Elternzeit, dass du während dieser Zeit zu einem späteren Zeitpunkt in Teilzeit arbeiten möchtest. So kann sich dein Arbeitgeber darauf einstellen und besser planen.

Habe ich Anspruch auf Urlaub während der Elternzeit?

Bei dem Thema Urlaub während der Elternzeit gibt es viele verschiedene Regelungen. Unterschiede gibt es vor allem zwischen dem Mutterschutz und der Elternzeit.

Verfällt mein Anspruch auf Urlaub im Mutterschutz?

Nein, du hast einen Urlaubsanspruch, welcher sich auch nicht verringert. Aufgrund einer Sonderregelung kannst du diesen nach dem Mutterschutz oder am Ende der Elternzeit beanspruchen.

Habe ich einen Anspruch auf Urlaub in der Elternzeit?

Wie du bereits weißt, kann sich dein Anspruch pro vollen Kalendermonat um ein Zwölftel verringern. Wenn du also ein Jahr am Stück in Elternzeit bist, kann dein Arbeitgeber dir deinen Urlaub für dieses Jahr komplett kürzen. Dein Arbeitgeber ist gesetzlich jedoch nicht dazu verpflichtet.

Was passiert mit meinem Resturlaub?

Wenn dir dein Urlaub während der Elternzeit nur teilweise oder sogar gar nicht gekürzt wurde, kannst du diesen auch noch nach der Elternzeit beanspruchen. Wenn du vor Antritt der Elternzeit noch über Resturlaub verfügst, darf dieser dir weder entzogen noch gekürzt werden. Nach der Elternzeit darfst du diesen vollständig beanspruchen.

Elternzeit und Elterngeld berechnen

  • Elternzeitrechner:

Der Artikel hat dir gezeigt, dass du während der Elternzeit viele Fristen im Auge behalten musst. Um dir nun die Rechnerei zu ersparen, wann du deine Elternzeit beantragen musst, haben wir einen automatischen Rechner für dich gefunden. So kannst du dir sicher sein, dass alle Daten stimmen.

Mit dem Rechner von http://www.arbeitswelt-elternzeit.de/rechner/elternzeit-rechner-fuer-muetter/ erhältst du neben den exakten Zeiten der Elternzeit auch den Abgabetermin für deinen Antrag, sowie eine Auskunft, wie lange du dich gesetzlich im Mutterschutz befindest.

  • Elterngeldrechner:

Während der Elternzeit arbeitest du in der Regel nicht und bekommst auch keinen Lohn. Aus diesem Grunde gibt es das Elterngeld. Du kannst in dieser Zeit mit ca. 65-100 % deines monatlichen Netto-Einkommens rechnen. Mit dem folgenden Rechner erhältst du eine grobe Einschätzung, wie viel Geld du monatlich erhalten kannst. Das tatsächliche Elterngeld kann davon abweichen.

Lasse dir hier ganz einfach ausrechnen, was dir persönlich an Elterngeld zusteht: https://www.elternzeit.de/elterngeld/elterngeldrechner/.