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Taschengeld-Tabelle für Kinder 2019

Taschengeldtabelle 2019

Taschengeld ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiges, für Eltern manchmal eher ein heikles Thema. Wie viel Geld bekommt das Kind? Gibt es da Richtlinien oder gar Gesetze? Wie sollte das Taschengeld mit dem Alter des Kindes/ Jugendlichen abgestimmt sein?

Um dich zuerst einmal zu beruhigen: Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften im Bezug auf das Taschengeld.

Stattdessen bekommst du in diesem Artikel einen Überblick darüber, wie viel Taschengeld in welchem Alter üblich ist, Empfehlungen dafür, wofür das Kind das Taschengeld ausgeben könnte und wir klären dich über den sogenannten “Taschengeld-Paragraphen” auf. Am Ende hast du also eine sehr gute Orientierung, wie du mit dem Thema Taschengeld für dein Kind umgehen kannst.

Taschengeld: gesetzliche Vorschriften

Wie bereits erwähnt, ist die Taschengeld-Tabelle keinesfalls rechtlich bindend, sondern nur eine Empfehlung.

Es besteht keine gesetzliche Regelung darüber, ob Eltern ihrem Kind Taschengeld zahlen müssen. Getrennte Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht sollten jedoch einen Konsens über das etwaige Taschengeld finden.

Eltern haben zwar gegenüber dem Kind eine Unterhaltspflicht, diese kann allerdings auch komplett naturel erfolgen, also durch die Bereitstellung von Wohnraum und Nahrung zum Beispiel. Das bedeutet, du bist nicht rechtlich dazu verpflichtet. Wieso es trotzdem Sinn macht und für dein Kind eine hilfreiche Übung für das Erwachsenenleben ist, Taschengeld von dir zu bekommen, erfährst du unter “Gründe für die Ausgabe von Taschengeld

Taschengeldparagraph

Allerdings hast du bestimmt schon einmal von dem berüchtigten Taschengeldparagraphen gehört. Was ist damit auf sich hat, erklären wir dir hier. Der Taschengeldparagraph steht im BGB unter §110 und dem Namen “Bewirken der Leistung mit eigenen Mitteln” und besagt:

§ 110 Bewirken der Leistung mit eigenen Mitteln
In von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind.

https://dejure.org/gesetze/BGB/110.html
Taschengeldparagraph

Vereinfacht bedeutet das, dass Kinder mit Vollendung des siebten Lebensjahres nach §106 BGB beschränkt geschäftsfähig sind (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres). 

Im Rahmen dieser beschränkten Geschäftsfähigkeit gelten Verträge, die dein Kind abschließt (z.B. den Kauf von Süßigkeiten) auch ohne deine Zustimmung als rechtsfähig, wenn dein Kind seine Vertragsleistung (also die Bezahlung) mit Mitteln bewirkt (also mit Geld bezahlt), das du ihm zur freien Verfügung überlassen hast (Taschengeld). Gleiches gilt beispielsweise, wenn dein Kind Geld von Verwandten geschenkt bekommt.

Wenn du allerdings den Kauf von etwas Bestimmtem ausdrücklich verbietest und dein Kind es trotzdem kauft, gilt das Geld nicht mehr als “zur freien Verfügung überlassen”. Das bedeutet, dass dieser Kauf in dem Fall nichtig ist. Dein Kind darf also auch mit seinem Taschengeld nichts kaufen, was du ausdrücklich verboten hast.

Es gibt also keine Regelung darüber, ob und wie viel Taschengeld du deinem Kind bezahlen musst, nur darüber, wofür dein Kind sein Taschengeld ausgeben darf.

Gründe für die Ausgabe von Taschengeld

Es stellt sich nun also die Frage, wieso du deinem Kind denn überhaupt Taschengeld zahlen solltest. Taschengeld ist für Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung sehr wichtig. Wieso, erfährst du hier:

  • Kinder lernen durch für sie frei verfügbares Geld schon in jungem Alter den Umgang mit Geld, sowie Eigenständigkeit und Selbstständigkeit
  • Taschengeld hilft deinem Kind Verantwortungsbewusstsein zu lernen und sich das Prinzip vom Sparen anzueignen
  • Zusätzlich lernt dein Kind, welche Käufe sinnvoll sind und welche nicht und welche Konsequenzen Geld ausgeben hat.
  • Dein Kind wird viel mehr ein Gefühl von Erfolg und dem “selbst verdient haben” entwickeln, wenn es sich Dinge selbst kaufen kann.
  • Jüngere Kinder bekommen so darüber hinaus frühzeitig ein Gefühl für realistische Einschätzungen von Preisen.
  • Für ältere Kinder und Jugendliche ist Taschengeld außerdem wichtig, um Anteil nehmen zu können am sozialen Umfeld und dass sie über ihre Tätigkeiten selbst entscheiden können und so Unabhängigkeit lernen.

Taschengeld Tabelle 2019

Als nächstes findest du hier die Taschengeld-Tabelle die dir zeigt, in welchem Alter dein Kind wie viel Taschengeld bekommen sollte:

6 Jahre1,00 – 1,50 Euro/ Woche
7 Jahre1,50 – 2,00 Euro/ Woche
8 Jahre2,00 – 2,50 Euro/ Woche
9 Jahre2,50 – 3,00 Euro/ Woche
10 Jahre15,50 – 18,00 Euro/ Monat
11 Jahre18,00 – 20,50 Euro/ Monat
12 Jahre20,50 – 23,00 Euro/ Monat
13 Jahre23,00 – 25,50 Euro/ Monat
14 Jahre25,50 – 30,50 Euro/ Monat
15 Jahre30,50 – 38,00 Euro/ Monat
16 Jahre38,00 – 45,50 Euro/ Monat
17 Jahre45,50 – 61,00 Euro/ Monat
18 Jahre61,00 – 76,00 Euro/ Monat

Wichtig: Sei dir immer darüber bewusst, dass diese Werte lediglich Empfehlungen sind und zur Orientierung dienen sollen, sie sind weder Pflicht noch verbindlich. Es gibt also kein richtig oder falsch in Bezug auf die Höhe des Taschengeldes.

Tipp: Du darfst und solltest das Taschengeld deines Kindes immer nach finanziellen Möglichkeiten, sozialem Umfeld und danach, wie teuer das alltägliche Leben in deinem Wohnumfeld ist, individuell anpassen.

Fragen zur Taschengeld-Tabelle:

Woher kommen diese Werte?

Diese Werte orientieren sich an den Taschengeld-Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI).

Wieso fängt die Tabelle erst beim sechsten Lebensjahr an?

Kinder brauchen zunächst einmal ein grundsätzliches mathematisches Verständnis und ein Verständnis darüber, wie Geld funktioniert. Dies wird erst im späteren Kindesalter entwickelt. Dein Kind muss außerdem wisse, wie das Geld zu beziffern ist. Du kannst deinem Kind zwar schon eher Taschengeld geben, allerdings sind die Beträge dann so klein, dass in der Regel nicht die Lerneffekte erzeugt werden können, die erzeugt werden sollen. Denn: Mit 0,30 Euro in der Woche kann ein vierjähriges Kind schlecht lernen zu “sparen” oder das Geld “einzuteilen”.

Wieso wird das Taschengeld bis das Kind zehn Jahre alt ist pro Woche ausgezahlt?

Kleineren Kindern fällt Weitsicht und Planung noch schwerer als Älteren. Sie können daher schlecht so weit im Voraus planen, und lernen dies daher besser, wenn sie erstmal kleinere Summen in kleineren Abständen bekommen. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind die Zeitspanne von einem Monat überblicken kann, kannst du das Taschengeld monatlich zahlen. Auch hier darf der Zeitpunkt ruhig individuell festgelegt sein.

Wieso du dich an die Taschengeld-Tabelle halten solltest?

Die Empfehlung nach unten zu korrigieren ist natürlich möglich, besonders wenn die finanziellen Ressourcen begrenzt sind. Viel mehr Taschengeld zu bezahlen, sollte gut überdacht werden, da das Taschengeld nur den erwünschten Lerneffekt erzeugt, wenn es eine begrenzte Ressource für das Kind/ den Jugendlichen darstellt. Darüber hinaus kann zu viel Taschengeld sogar eher einen negativen Lerneffekt erzeugen, nämlich dass das Kind den Eindruck bekommt, Geld sei immer in jeder Menge verfügbar.

Empfehlungen für den Umgang mit Taschengeld

1. Halte einen regelmäßigen Auszahlungsrhythmus ein
Da Kinder in der Regel keine laufenden Kosten haben ist der Zeitpunkt der Auszahlung beliebig, es ist nur wichtig, einen festen Rhythmus einzuhalten. Das Kind kann nicht lernen, mit dem Geld zu planen oder umsichtig damit umzugehen, wenn es nicht regelmäßig Zugriff darauf hat.

2. Lass dein Kind nicht um das Taschengeld betteln
Dein Kind soll mit seinem Taschengeld frei verfügen und nicht das Gefühl haben, es bei dir anfordern zu müssen.

3. Gib deinem Kind mit steigendem Alter auch mehr Verantwortung
Stelle ihm dazu auch mehr Geld zur Verfügung. Dein Kind soll, je älter es wird, mehr und mehr selbstständig werden und Verantwortung für die eigenen Ausgaben übernehmen, zum Beispiel indem es seine Kleidung nun auch selbst bezahlen muss. Dafür benötigt es allerdings auch mehr Taschengeld. Das Verhältnis Verantwortung-Taschengeldhöhe sollte also immer passend sein.

Tipp: Parallel zum Taschengeld könnt ihr auch ein sogenanntes “Budgetgeld” einführen, also einen festen monatlichen Betrag, der nur für alltägliche Ausgaben wie den Handyvertrag, Kleidung oder Schulausrüstung gedacht ist.

1-Euro-Münze

4. Nutze das Taschengeld NIE als Strafe oder Belohnung
Das Taschengeld soll für dein Kind eine Konstante sein, damit es lernen kann, zu kalkulieren. Außerdem erzeugen finanzielle Belohnungen langfristig nicht die erwünschte Leistung. Das Taschengeld darf nicht zu einem Druckmittel mutieren und so eine negative Assoziation bekommen.

5. Bleibe konsequent 
Gebe nicht jeder Bitte nach Zuzahlungen zum Taschengeld nach, so wird der Lerneffekt bei deinem Kind nie eintreten. Fehlkalkulationen und “Pleite-sein” gehören zum normalen Lernprozess dazu und sind völlig normal, müssen aber ab und an von deinem Kind ertragen werden.

6. Beziehe dein Kind mit ein
Damit dein Kind deine Entscheidungen bezüglich des Taschengeldes versteht, solltest du es mit einbeziehen. Erkläre, wieso du die Höhe an Taschengeld gewählt hast. Kläre dein Kind über No-Gos auf, also Dinge, für die es sein Taschengeld nicht ausgeben darf (Sprich lieber vorher darüber als später im Nachhinein “Nein” sagen zu müssen.). Lasse dein Kind wissen, wofür das Taschengeld gedacht ist und was du weiterhin selbst bezahlen wirst (z.B. Kleidung, Schulausrüstung etc.).

7. Biete deinem Kind Hilfestellungen an.
Mit Gimmicks wie einem “Sparschwein”, einem kleinen Tresor oder einem Taschengeldbuch kannst du dein Kind bei der Kalkulation seines Taschengelds und beim Sparen unterstützen.

8. Schlage bei Bedarf eine Taschengeldaufbesserung vor
Dein Kind wird vermutlich zeitweise das Gefühl haben, es bekomme zu wenig Taschengeld von dir. Das musst du dir nicht einreden lassen. Du kannst aber mit deinem Kind gemeinsam nach einer Möglichkeit suchen, wie es sein Taschengeld aufbessern kann. Hier bietet sich zum Beispiel Babysitting, Gassi gehen oder Prospekte austeilen an. Dadurch kann dein Kind auch das Geldverdienen kennen lernen. Allerdings musst du hier einige Regeln beachten.

Tipp: Achte bei Taschengeldaufbesserungen auf drei Dinge:

1. gesetzliche Vorgaben: Minderjährige dürfen nämlich nicht unbegrenzt arbeiten oder jeden Job machen
2. zeitliche Verfügbarkeit: Schule und Freizeit sollen immer Vorrang haben
3. Nebenjobs sichern nicht den Unterhalt: Arbeitet dein Kind zusätzlich zum Taschengeld sollte es den Lohn nicht abgeben müssen oder damit seinen Lebensunterhalt finanzieren müssen.
Dieses Geld steht ihm zur freien Verfügung als „Extra-Budget“, sonst wird dein Kind in der Arbeit keinen Sinn sehen.

9. Lasse deinem Kind Freiheiten
Dein Kind soll weitestgehend selbst entscheiden können, wofür und wie es sein Geld ausgibt. Urteile nicht über die Kaufentscheidungen deines Kindes oder mach ihm gar ein schlechtes Gewissen. Jeder Kauf zieht einen Lerneffekt nach sich. Der Lerneffekt geht verloren, wenn du dein Kind bei seinen finanziellen Entscheidungen überwachst oder gar korrigierst.

Tipp: Es kann auch hilfreich für dein Kind und dich sein, gemeinsam ein Konto für dein Kind anzulegen. Einige Banken bieten Kinder-Konten an, bei denen dein Kind nicht in Schulden geraten und trotzdem frei über das Geld verfügen kann. Du kannst diese Idee mit deinem Kind durchsprechen und gemeinsam umsetzen, wenn dies für euch praktischer ist, als Bargeld zu nutzen.

Mädchen mit einer Spardose

Wofür dein Kind sein Taschengeld ausgeben sollte

Taschengeld mit 14

In diesem Alter wird noch viel Taschengeld für besondere Nahrungsmittel, also Getränke, Süßigkeiten und Knabbereien sowie für Zeitschriften oder Comics ausgegeben. Besonders letzteres ist für dein Kind eine gute Investition, da diese Dinge durchaus Lernpotential haben und besonders Comics die Kreativität deines Kindes fördern. Fordere dein Kind ruhig auf, Geld in Bücher, Kreatives oder Hobbies zu investieren. Das ist hilfreich für die schulischen Leistungen und hilft außerdem zu Beginn der Pubertät bei der Selbstfindung. Denn so kann dein Kind herausfinden, was es wirklich gern mag.

Taschengeld mit 15

In diesem Alter geben Teenager ihr Geld vor allem für Essen und Trinken, sowie für Kleidung aus. Es ist gut, dass dein Kind lernt, diese Dinge selbst zu finanzieren und sein Geld dafür zu kalkulieren. Mit Beginn der Oberstufe oder Ende der Real-/Abschluss der Hauptschule bietet es sich für dein Kind allerdings auch an, Geld für soziale Aktivitäten auszugeben. Ermutige dein Kind dazu! So kann es aktiv dazu beitragen, Freundschaften zu festigen, soziale Kontakte zu erhalten und eine feste Freundesgruppe aufzubauen, die es unterstützen kann.

Taschengeld mit 16

Dein Kind darf jetzt Alkohol trinken und hat generell mehr Rechte als zuvor. Dafür wird es auch sein Taschengeld nutzen. Schlage deinem Kind vor, seine neu gewonnenen Freiheiten und sein Geld für besondere Erlebnisse zu sparen, also zum Beispiel Konzertbesuche, Sportattraktionen oder einen ersten eigenen Urlaub mit Freunden, den dein Kind nun antreten darf. So wird es selbstständig, lernt sein Geld für besondere Erlebnisse zu sparen und schafft gleichzeitig bereits im Teenageralter Erinnerungen, an die es sich sein ganzes Leben lang gerne erinnern wird.